VW ID.4 Pure Performance im Langzeit-Test

Einleitung: Um wirklich und wahrhaftig beurteilen zu können, ob die Entscheidung für Elektro-Modell A oder Modell B und gegen Modell C eine gute war, wollen wir in der Kategorie „Langzeit-Test“ möglichst viele Fahrzeuge im Alltag und über eine längere Periode im Auge behalten. Die Besitzer und Fahrer der einzelnen Modelle berichten uns regelmäßig von ihren positiven, aber eben auch von ihren weniger schönen Erfahrungen. Wie hoch die Reichweite bei welchen Bedingungen wirklich, wie sieht es mit der Lade-Infrastruktur aus, was gibt es im Allgemeinen vom Fahrzeug zu berichten, gibt es Updates und wie sieht es mit dem Weiterverkauf aus – etwa wenn ein neues Modell her soll. Und nun, viel Spaß bei den Alltagserfahrungen von Philipp ….

„Moin zusammen,  meine Name ist Philipp und seit Mai 2021 bin ich stolzer Besitzer eines VW ID.4 Pure Performance.

Bislang waren Autos für mich ein reiner Gebrauchsgegenstand den ich benötige, um von A nach B zu kommen. Dieses Gefühl hat sich mit einem E-Auto schlagartig geändert. Wenn ihr bereits ein Hybridfahrzeug oder einen reines E-Auto fahrt, kennt ihr das Gefühl bestimmt: Jede Fahrt trägt einen Funken Challenge in sich. Kann ich meinem Zielort kostenlos und/oder schnell laden? Wie viel Reichweite schaffe ich? Sind die Ladesäulen frei und funktionieren sie auch? Schaffe ich eigentlich auch Langstrecken über meiner normalen Reichweite ohne zu viel Zeit zu verlieren?

In den nächsten 36 Monaten nehme ich euch mit auf meine Strecken, berichte euch über die Installation heimischer Ladesäulen (und was dabei alles schief gehen kann) und nehme euch mit zum Laden beim Einkaufen und natürlich auf meine Langstrecken.

Und wenn ihr Fragen habt, dann immer her damit. Schreibt sie einfach in die Kommentare. Ich werde sie schnellstmöglich beantworten.

Fahrprofil

Alltag: 12 Km bis zur Arbeitsstelle und zurück
Wochenende: Ab und an mal 300 Km
Urlaub: ca. 700 Km an den Bodensee

Technische Daten:

Modell: VW ID.4 Pure Performance
Motor:  Permanenterregter-Synchron-Elektromotor
Leistung: 150 PS (125 kW)
Drehmoment: 310 Nm
Antrieb: Heckantrieb, Eingang-Getriebe
Batterie: Lithium-Ionen-Batterie, 52 kWh Kapazität (netto)
Verbrauch (WLTP): 16,8 kWh/100km
Testverbrauch: 16,9 kWh/100 km (Stand nach 910 km, davon 500 km Autobahn)
Reichweite: 345 km
Beschleunigung (0 – 100 Km/h): 10,9 sek
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h (abgeregelt)
Abmessungen (L/B/H): 4,58 m/1,85 m/1,64 m
Gewicht: 1.968 Kg
Grundpreis: 37.415 Euro
Testwagenpreis: 39.500

Update: 03.06.2021

Einer der Gründe, warum ich mich letztlich für die Anschaffung eines reinen E-Autos entschieden habe, ist die Möglichkeit, zuhause zu können. In unserem Mehrparteienhaus wurden über die letzten Wochen (nein, tatsächlich waren es mehrere Monate…) endlich die lang ersehnten Wallboxen installiert. Da wir im besagten Haus „nur“ Mieter sind, haben wir uns kurzerhand mit unserem Vermieter abgestimmt, der sich um die Beschaffung und Installation der Boxen gekümmert hat und so wohl auch berechtigt für die 900 € KfW-Förderung ist.

Wir haben den ID. Charger Pro mit bis zu 11kW Ladeleistung montiert. Hier die Details:

  • Bis zu 11 kW
  • Integriertes Ladekabel
  • LAN, Wi-Fi und LTE/4G* Steuerung (via App)
  • Zugriffsschutz durch RFID
  • MID-zertifizierter Energiezähler

https://charging-energy.elli.eco/de-de/IDcharger

Installation

Die „Installation“ ist relativ einfach (wenn man sich vorher etwas mit dem Handbuch und Wallboxen beschäftigt hat ;-)). Zunächst muss nach erfolgreicher Installation und Anbringung der Box der Strom abgestellt werden, damit die Box neu startet. Danach liest man sich über das Handbuch, bzw. einen beigelegten Zettel eine IP-Adresse ab, die man in einem Browser eingibt. Bei einem Nachbarn hat der QR Code zum Aufrufen und Scannen der Zugangsdaten funktioniert, bei mir leider nicht, weshalb ich einige Daten manuell abtippen musste. Das Konfigurations-Menü ist recht selbsterklärend, wobei der initiale Aufwand zum Setup zumindest ein gewisses digitales Grundverständnis erfordert.

Nachdem man die Wallbox erfolgreich per LTE oder Netzwerkkabel ans Netz angebunden hat, kann man auf dem Smartphone in die WeConnect-App switchen und etwas versteckt über sein persönliches Profil [–> „We Charge“ –> Laden zu Hause –> Wallbox] die Box ganz einfach einrichten und hinzufügen und hier ebenfalls z.B. seine Ladekarte (wenn die Box z.B. öffentliche Zugänglich oder wie bei uns in einer Garage eines Mehrparteienhauses steht) zur Authentifizierung des Ladevorgangs hinterlegen.

Mein Tipp für Ungeduldige, wie mich: Möchte man die Box schnellstmöglich testen, am besten in den Einstellungen die Box erstmal offen lassen. Schränkt man diese ein, bekommt man von der Wallbox ohne Authentifizierung nämlich keinen Saft. 😉

P.S.: Den Namen seiner Wallbox kann man übrigens in den Einstellungen ändern, so haben wir die Box liebevoll: WALL-E getauft.

P.P.S.: Etwas, worüber ich mir im Vorfeld absolut keine Gedanken gemacht habe, ist die richtige Lände des Ladekabels der Box. Ich fahre normalerweise vorwärts in die Garage auf meinen Parkplatz und wenn mein Vermieter nicht mitgedacht hätte, hätte ich zum Laden immer rückwärts einparken „müssen“, da die Ladebuchse am VW ID.4 ja dort ist, wo sonst der Tankdeckel ist.

Also: Im Vorfeld schauen, wie lang das Kabel wirklich sein muss, damit man nicht zwangsläufig rückwärts an die Box fahren muss!

UPDATE: 02.06.2021

Landstraße, Ortschaften und mal auf die Fahrweise geachtet. Im Ergebnis stand ein Verbrauch von 13,3 kWh auf dem Display. Ok, das Durchschnittstempo war auch nicht sonderlich hoch, trotzdem …

UPDATE: 24.05.2021

Heute Stand eine Fahrt nach Berlin auf dem Programm. Morgens hin, abends zurück. Einfache Strecke: 231 Kilometer. Davon 225 Kilometer Autobahn. Wie ich auf dem Bild sehen könnt, habe ich 17,1 kWh/100 km verbraucht und ein Durchschnittstempo von 93 km/h geschafft. Ihr müsst dabei immer bedenken, dass ich mit dem Wagen noch nicht zu 100% vertraut bin und immer noch „herumspiele“, mich vom Antritt begeistern lasse und mit der Energie-Rückgewinnung herumspiele. Auf der Fahrt nach Berlin hatte ich das Fahrprogram „Eco“ gewählt. In Berlin angekommen wurden mir vier Ladepunkte in unmittelbarer Nähe angezeigt. Der erste war defekt, der zweite belegt. Beim dritten konnte ich dann laden. Nach rund 60 min war der ID.4 voll. Auf der Rückfahrt dann war ich 5 km/h schneller unterwegs, habe mit 16,6 kWh aber sogar noch etwas weniger verbaucht.

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